WORTE DES LEBENS

Du kannst deinen Kindern vom Leben erzählen,
aber deine Worte sind nicht das Leben selbst.
Du kannst ihnen zeigen, was du siehst,
doch dein Zeigen und ihr Sehen
bleiben stets verschiedene Dinge.

Du kannst ihnen nichts vom Göttlichen selbst sagen.
Aber du kannst die millionenfachen Manifestationen
seiner Wirklichkeit mit ihnen teilen,
die sich in jedem Augenblick vor ihnen ausbreiten.
Da diese Manifestationen ihren Ursprung im Tao haben,
wird das Sichtbare ihnen das Unsichtbare enthüllen.

Verwechsle deinen Wunsch zu reden nicht
mit ihrer Bereitschaft zuzuhören.
Weit wichtiger sind die wortlosen Wahrheiten,
die sie von dir lernen.
Wenn du dich an den alltäglichen Wundern
des Lebens erquickst,
werden sie die Tiefe deiner Freude spüren
und lernen, selbst Glückseligkeit zu erfahren.
Indem du mit ihnen die finsteren Geheimnisse
des Lebens durchschreitest,
öffnest du das Tor zum Verständnis.
Sie werden lernen, in der Dunkelheit zu sehen
und sich nicht zu fürchten.


 
 
SEI VORSICHTIG MIT BEWERTUNGEN

Wenn du deinen Kindern beibringst,
dass bestimmte Dinge gut sind,
werden sie vermutlich alle anderen Dinge
als schlecht bezeichnen.
Wenn du ihnen beibringst,
dass bestimmte Dinge schön sind,
werden sie vielleicht alle anderen Dinge
als hässlich empfinden.

Nenne schwierige Dinge "schwierig",
und einfache Dinge "einfach",
ohne das eine zu vermeiden
und nach dem anderen zu streben.
So lernen deine Kinder, selbstbewusst zu sein.
Nenne Resultate "Resultate",
ohne das eine als Erfolg
und das andere als Misserfolg zu werten.
So lernen deine Kinder, ohne Angst zu leben.
Nenne Geburt "Geburt"
und Tod "Tod",
ohne das eine als gut
und das andere als böse anzusehen.
Dann werden sich deine Kinder im Leben heimisch fühlen.

 

NICHTS TUN

Nichts zu tun, wenn dein Kind versagt,
erfordert großen Mut
und ist der Weg der Weisheit.
Gütig zu sein, wen sich dein Kind daneben benimmt,
erfordert große Selbstbeherrschung
und ist der Weg der Stärke.

 

Erliege im Umgang mit deinem Kind
nicht der Versuchung,
zu schelten,
zu zanken,
einzugreifen,
zu unterbrechen,
zu belehren
oder zu kontrollieren.
Sei einfach da und
vertraue darauf, dass deine sanfte Präsenz
alle notwendigen Lehren erteilt.